Zusammenarbeit mit den Ämtern vorbildlich
Das Verhältnis von Nicolaus Wagner und Ehringsdorfer begann im Jahr 1998 mit einer winzigen Zeitungsanzeige. „So bin ich auf die Brauerei Weimar-Ehringsdorf aufmerksam geworden. Die Anzeige habe ich heute noch. Darin stand, dass das Insolvenzverfahren eröffnet sei.“ Wagner, Geschäftsführer der Rosenbrauerei Pößneck, erhielt den Zuschlag für die Brauerei in Weimar. „Früher war hier ein Rittergut und 1840 fing man an, dort Bier zu brauen. Als wir sie übernahmen war die Brauerei fast eine Ruine.“
Weimars Gastronomie war von dem Gedanken, bald wieder Bier aus der Heimat ausschenken zu können, begeistert. „Das Verlangen der Leute war so massiv, dass wir gesagt haben: Wir bauen die kleine Brauerei wieder auf.“ Wagner ließ ein neues Sudhaus bauen – abgefüllt wurde in Pößneck. „Leider habe ich das Sudwerk in Weimar zu klein geplant. Die Nachfrage war weitaus größer, als wir gehofft hatten. Eigentlich hatte ich eine viel längere Anlaufphase einkalkuliert, aber es ging rasend schnell. Die Leute haben sich so gefreut, dass wir in Weimar wieder Bier machen.“ Nach der Übernahme stand Nico Wagner vor der Entscheidung: „Wie nennen wir das Bier?“ Weimarer oder Ehringsdorfer? „Die Brauerei hieß früher immer Ehringsdorfer. Dabei wollten wir auch bleiben.“ Abnehmer findet das Vollbier vor allem im nahen Umland. „Und auswärtigen Gästen kann man ja erklären, dass Ehringsdorfer lokales Bier ist.“
Den Trend der Mixgetränke will Wagner nicht mitmachen. „Die Bierkultur hat sich verändert, aber Mischgetränke haben für mich nichts mit Biergenuss zu tun.“ Um das ursprüngliche Bier macht sich der Experte trotzdem keine Sorgen: „Dieses Getränk gibt es seit 5000 Jahren. Das hat schon ganz andere Moden mitgemacht und überstanden. Ich bin mir sicher, dass die Leute, auch wenn sie mal was anderes probieren, zu Bier zurückfinden werden. Es ist ein einfaches, ehrliches Getränk. Und so sollte man es auch herstellen.“
Mit dem Standort Weimar ist Wagner sehr zufrieden: „Die Zusammenarbeit mit den Weimarer Behörden ist vorbildlich, das hab ich selten erlebt. Die kommen schon und bieten einem eine Lösung, bevor man die Frage gestellt hat.“
Nicolaus Wagner wünscht sich für die Zukunft, dass die Ehringsdorfer Brauerei „die doppelte Menge Bier verkauft“. Natürlich mit umgebauter Brauerei und einer eigenen Abfüllanlage. „Es wäre toll, wenn diese Brauerei völlig autark würde.“
Kontakt:
Brauerei Weimar-Ehringsdorf GmbH
Hainweg 13
99425 Weimar-Ehringsdorf
Tel: +49 (0) 36 43 - 8760
Email: info@ehringsdorfer.de
http://www.ehringsdorfer.de
Sandro Lippold
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