Berühmt ist der dreiflüglige Altar von Lucas Cranach d.Ä., der von ihm in seinem letzten Lebensjahr 1552 begonnen und von seinem Sohn beendet wurde. Das heutige Kirchengebäude wurde als dreischiffige Hallenkirche im spätgotischen Stil gebaut. Den Beinamen Herderkirche trägt sie, seit der berühmte Theologe und Philosoph hier viele Jahrzehnte predigte. Gemeinsam mit dem Herderhaus steht sie auf der UNESCO-Welterbeliste.
Nach dem Abriss des baufälligen Vorgängerbaus errichtete man 1713 eine einschiffige Barockkirche, die 1728 Garnisons- und nach dem Schlossbrand Hofkirche wurde. Als Napoleons Truppen Weimar besetzten, funktionierten die Franzosen sie zum Lazarett um. In der Sakristei der Jakobskirche ließen sich am 19.Oktober 1806 Johann Wolfgang von Goethe und Christiane Vulpius trauen.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde die erste Katholische Kirche in Weimar gebaut. Direktes Vorbild war der Dom in Florenz. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche renoviert, der gotische Altar verschwand, die Bänke wurden abgedrechselt, die Kirche insgesamt schlichter gestaltet.
Auf dem Historischen Friedhof erheben sich die vergoldeten Zwiebeltürme der russisch-orthodoxen Grabkapelle der russischen Großfürstin Maria Pawlowna, die Großherzog Carl Friedrich, Sohn von Carl August, geheiratet hat. Die Grabkapelle wurde von 1860 bis 1862 für die russische Zarentochter hier gebaut. Für Ihre letzte Ruhestätte wurde eigens Erde aus Russland herbeigeschafft. Die Russisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland hält hier auch Gottesdienste ab.
Die Kirche in Gelmeroda, Ortsteil von Weimar, war Liebelingsmotiv des Bauhaus-Meisters Lyonel Feininger in seiner Weimarer Zeit. Von allen Kirchen des Umlandes hat er sie am häufigsten abgebildet. In seinen späteren Werken verwendete er immer wieder diese Skizzen. Von 1979 bis 1991 wurde der stark beschädigte Bau rekonstruiert. Die im Kulturstadtjahr 1999 errichtete Lichtskulptur von Peter Mittmann erinnert an die künstlerischen Auffassungen des Malers.
Kirche Denstedt mit Liszt-Orgel
Es ist als ein besonderer Glücksumstand zu bezeichnen, in unmittelbarer Nähe Weimars über eine Orgel zu verfügen, die von Franz Liszt gespielt und geschätzt wurde. In der Kirche von Denstedt nur fünf Kilometer von Weimar entfernt führte Franz Liszt "Orgelconferencen" durch.
Einer der schönsten Erinnerungsorte der klassischen und nachklassischen Zeit: Goethes und Schillers Särge sind hier in der Fürstengruft zu besichtigen, aber auch viele andere Weimarer Persönlichkeiten haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Der parkähnliche Friedhof wurde 1818 angelegt.
Das Areal dient seit dem 12. Jahrhundert als Begräbnisstätte. Hier sind die Grabstätten des Malers Lucas Cranach d.Ä., des Märchendichters Carl August Musäus und Goethes Frau Christiane Vulpius. Im Kassengewölbe, Schillers erste Begräbsnisstätte, wurden angesehene Bürger, die selbst kein Erbbegräbnis besaßen, auf Staatskosten standesgemäß beigesetzt. Frei zugänglich von 08:00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit.
Jüdischer Friedhof
Der Friedhof entstand auf Privatinitiative des jüdischen Bankiers Jakob Elkan 1774. Die letzte Bestattung fand hier 1890 statt. In den nachfolgenden Jahren wurden ein Großteil der Steine und Teile der Umfassungsmauer beseitigt. 1983 konnten die zehn verbliebenen Grabsteine wieder aufgestellt werden.
Sowjetischer Friedhof
Im Juni 1945 wurde dieser „Ehrendfriedhof der Roten Armee“ eingerichtet. Dort wurden bis April 1946 640 sowjetische Militärangehörige beigesetzt, die während des zweiten Weltkrieges getötet wurden oder an den Folgen verstarben. Später wurde ein neuer Friedhof in Belvedere eingerichtet, der bis zum Abzug der Truppen 1990 in Betrieb war. Frei zugänglich