weimar.deKulturVeranstaltungen100 Jahre Weimarer RepublikHaus der Weimarer Republik

Haus der Weimarer Republik

Ein lebendiges Forum für Forschung und Bildung

Bis zum 100. Jahrestag dauert es, bis die erste Demokratie auf deutschem Boden an ihrem Gründungsort Weimar einen eigenen Erinnerungsort erhält. Im ersten Schritt wird am 31. Juli 2019 eine Dauerausstellung mit Begehungszentrum am Theaterplatz öffnen, ein funktionaler Anbau, der auch Sonderausstellungen Platz bieten wird, folgt 2020.

Frauenwahlrecht, die Garantie von Grundrechten, die Trennung von Kirche und Staat aber ebenso Putschversuche, Massenarbeitslosigkeit und Attentate – die Weimarer Republik markiert einen Wendepunkt in der deutschen Geschichte. Auch nach 100 Jahren hat das enorme Spannungsfeld dieser Zeit nichts von seiner Aktualität verloren. Aus diesem Grund will man in Weimar der ersten deutschen Demokratie ein eigenes Museum widmen. Ein Ort, der passender nicht sein könnte, ist gefunden: Vis-á-vis zum Tagungsort der Nationalversammlung im Deutschen Nationaltheater Weimar steht die Coudraysche Wagenremise, das nach der Nutzung als provisorisches Bauhaus-Museum nun zum Haus der Weimarer Republik wird. Im Jubiläumsjahr eröffnet hier ein nationaler Erinnerungsort, der auf drei Säulen fußt: musealer Darstellung, wissenschaftliche Forschung und politische Bildung.

Anne Meinzenbach wird das „Haus der Weimarer Republik. Forum für Demokratie“ zukünftig leiten. Die Museologin und Kulturwissenschaftlerin verantwortet die Gestaltung des musealen Teils des Hauses wie auch die Koordination des laufenden Betriebs der Einrichtung. Eine Aufgabe des Museums sieht sie darin, „in der gesamten Ausstellung den Bezug in die Gegenwart herzustellen und zu verdeutlichen, was die Errungenschaften und Entwicklungen der Weimarer Republik für die heutige Gesellschaft bedeuten.“ Um diese zu verstehen, muss man in der Geschichte hundert Jahre zurückgehen. Beginnend mit den Themen Revolution und Aufbruch wird anschließend der Blick auf politische und gesellschaftliche Errungenschaften und die internationale Einbindung der Weimarer Republik geworfen. In den 1920er Jahren galt die Weimarer Verfassung weltweit als die modernste und somit oft nachgeahmte Staatsordnung. Unter dem Stichwort Labor der Moderne skizziert die Ausstellung Rahmenbedingungen, auf deren Nährboden unter anderem mit dem Bauhaus die bedeutendste Gestaltungsschule des 20. Jahrhunderts gedeihen konnte. Eng verknüpft ist Deutschlands erste Demokratie auch mit Krisen und Herausforderungen durch die Feinde der Republik, die letztendlich zur Zerstörung der Weimarer Republik führten. „Um aus den gesammelten Erfahrungen dieser Zeit zu lernen, wird abschließend die Brücke in die heutige Zeit geschlagen“, kündigt Anne Meinzenbach an.

Im Haus der Weimarer Republik wird die gesamte Zeit von 1919 bis 1933 beleuchtet mit dem Schwerpunkt auf der Gründung der Republik in Weimar. Wie die Weimarer die Monate mit der Nationalversammlung in ihrer Stadt erlebten, kann man sich in der ständigen Ausstellung im Stadtmuseum ansehen.

„Es soll ein lebendiges Haus sein. Neben den Ausstellungen planen wir Vorträge, Kolloquien, Tagungen, Lesungen oder auch Filmvorführungen.“ Einladend und zum Theaterplatz hin offen wird sich das Haus der Weimarer Republik präsentieren. Der frei zugängliche Eingangsbereich mit Foyer, Shop und Bistro gibt durch inhaltliche Komponenten wie thematische Stadtpläne, Filme oder Tischtelefone einen ersten Vorgeschmack auf die Ausstellung und lädt zum weiteren Erkunden ein. 

Anne Meinzenbach, Leiterin Haus der Weimarer Republik


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