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weimar.deKulturVeranstaltungenVeranstaltungskalenderVerfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen

Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen

Eine Spurensuche.
Stadtmuseum Weimar, weim I art e.V., Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar

 
Florence Singerwald, Foto: Gera Stadtarchiv


Ausstellungen

Die Ausstellung „Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche“ erzählt die Lebensgeschichten von Musikerinnen und Musikern, die als Mitglieder Thüringer Theater, Musikhochschulen sowie Musikschulen sowie auch als private Lehrerinnen und Lehrer die kulturelle Landschaft Thüringens mitgestalteten – und nach 1933 wegen „jüdischer“ Abstammung im nationalsozialistischen Deutschland tragische Schicksale erlitten oder ermordet wurden.

So erging es etwa der Sopranistin Florence Singewald (1896–1992), die am Neuen Operettentheater in Gera von etwa 1920 bis 1922 tätig war. Anfang 1944 wurde sie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt. Dort stand sie zweimal vor Dr. Joseph Mengele „zur Selektion“. Nach der zweiten „Selektion“ wurde sie in das Frauenlager Salzwedel transportiert, wo sie in der Munitionsfabrik der Firma Polte-Werke Magdeburg bis zur Befreiung Schwerstarbeit leisten musste. Im Stadtarchiv Gera sind ihre handschriftlich verfassten Briefe an den Historiker Walther Simsohn erhalten, in denen sie von ihrem Schicksal berichtet.

Manche von den in der Ausstellung dargestellten Musikerinnen und Musiker, wie etwa der weltberühmte Schwager Gustav Mahlers, Eduard Rosé (1859–1943), der als erster Cellist am Orchester des Großherzoglichen Theaters sowie als Lehrer an der damaligen Großherzoglichen Musikschule in Weimar wirkte und am Ende seines Lebens in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt wurde, sind für viele ein Begriff.

Doch die Biographie des an der Rudolstädter Landeskapelle tätigen Posaunisten Paul Joseph Linder (1894–1972) wurde für die Weimarer Ausstellung zum ersten Mal rekonstruiert – dank der im Stadtmuseum Rudolstadt entdeckten Personalakte. Über viele andere Musikerinnen und Musiker ist kaum etwas bekannt: Ihre Namen werden jedoch trotzdem aufgelistet, um sie vor dem Vergessen zu bewahren.

Die Ausstellung „Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche“ bildet einen Baustein des gleichnamigen Forschungsprojektes, das vom Verein weim I art e. V. getragen und in Kooperation mit dem Stadtmuseum Weimar und der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar realisiert wird. Die Leitung des Vorhabens liegt in den Händen von Prof. Dr. Helen Geyer und Dr. Maria Stolarzewicz. Die Vorbereitung und Durchführung des Projektes ermöglichte die Thüringer Staatskanzlei.


Link: mehr Informationen

Freitag, 01.02.2019 bis
Sonntag, 31.03.2019

Öffnungszeiten:

Veranstaltungsort:

Stadtmuseum Weimar
Karl-Liebknecht-Straße 7
99423 Weimar Karte

Veranstalter:

Stadtmuseum Weimar
Karl-Liebknecht-Straße 5-9
99423 Weimar
Telefon: 03643/82600

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