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Weimarer Corona-Chronik von Kindern und Jugendlichen

Die Corona-Maßnahmen haben insbesondere auch euch Kinder und Jugendliche betroffen. Keine Schule, kein Kindergarten, keine Freundinnen und Freunde treffen, keine Freizeitangebote oder Vereine. Aber auch mehr Zeit mit der Familie oder um neue Orte zu entdecken. 

Kinder und Jugendliche haben die Zeit ganz anders als die Erwachsenen erlebt und konnten nur wenig oder gar nicht mitsprechen, wenn wichtige Entscheidungen getroffen wurden, die auch sie betreffen.  

Aber uns hat interessiert, wie die Kinder und Jugendlichen die Corona-Zeit erleben. Gemeinsam entwickelten wir ein Buch. Die Weimarer Corona-Chronik von Kindern und Jugendlichen. Ihr konntet schreiben, malen oder fotografieren, was euch bewegt hat. 

Alle Beiträge sind nun online zu sehen und in einem Buch veröffentlicht. Das Buch wird im Stadtarchiv Weimar aufgenommen. So werden auch viele Generationen nach euch noch lesen, wie die Weimarer Kinder und Jugendlichen in der Corona-Zeit gelebt haben. Alle Erwachsenen werden erfahren, wie es euch geht.  

Alle Weimarer Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 18 Jahren konnten mitmachen. Einsendeschluss war der 10. September 2020.

Unsere Fragen für die Chronik waren:

Was bedeutet es für euch, wenn:

  • … keine anderen Kinder (außer Geschwister) zum Spielen da sind,
  • ihr nicht auf dem Spielplatz sein konntet
  • kein Kindergarten, keine Schule mehr stattfindet oder ganz anders ist,
  • man jetzt übers Smartphone und Schulcloud und alleine lernen soll,
  • es vielleicht besser ist, nicht in die Schule oder in den Kindergarten zu gehen
  • die ganze Familie zu Hause ist, 
  • auch die Eltern mehr für euch da sind,
  • die Oma nicht mehr besucht werden darf,
  • Sportvereine, Musikschule, das Schwimmbad, Tasifan, das Kinderbüro u.V.M geschlossen sind,          
  • die besten Freunde, einen geliebten Menschen nicht mehr zu treffen , Familienfeiern, Konzerte, Feste abgesagt werden …
  • ihr vielleicht Angst habt Eltern, Großeltern, Freunde und Freundinnen, Lehrerinnen und Lehrer oder Erzieherinnen anzustecken, weil man als Kind und Jugendlicher als stiller Überträger des Virus „verantwortlich“ gemacht wird, komisch auf der Straße angeschaut und beobachtet wird, nicht mit zum Einkaufen zu dürfen
  • sich ständig die Hände zu waschen und auf alle Körperkontakte - Kuscheln verzichten muss
  •  es viele Dinge gibt, die jetzt auch besser sind als vorher 

Aus Sicht des Stadtarchivs war es besonders interessant, dass in den Beiträgen weimarspezifische Dinge vorkämen, also z.B. der Lieblingsspielplatz, der jetzt nicht betreten werden darf oder ganz anders aussieht, die Freizeitaktivitäten, die nicht stattfinden können…  

  • Was ist mein Lieblingsort in Weimar, wie hat er sich jetzt verändert (geschlossen, nicht mehr betretbar)?
  • Auch: Wie verbringe ich die Zeit jetzt? habe ich – vielleicht auf Erkundungstour rund um das eigene Haus – Ecken entdeckt, die ich vorher gar nicht kannte? … Tiere beobachtet, wozu ich sonst gar keine Zeit hatte?

In dem gemeinsamen Projekt von Kinderbüro, Bürgerstiftung Weimar und JULgGmbH wollen wir den Kindern und Jugendlichen Gehör verschaffen und diese Ausnahmesituation für die Stadt Weimar in einem besonderen Zeitdokument festhalten.  

Hier könnt ihr euch die Chronik anschauen!

Das Projekt wird gefördert von der Bürgerstiftung Weimar und dem Gemeinschaftsfonds „Kinderrechte stärken“ des Deutschen Kinderhilfswerkes und des Freistaates Thüringen.