Musik und Theater

Franz Liszt

Ein Superstar kommt nach Weimar

Schon zu Lebzeiten wurde Franz Liszt gefeiert wie ein Popstar. Während er in Weimar wirkte, wurde die kleine Residenzstadt durch seine Tätigkeit zu einer bedeutenden Stätte des deutschen Musiklebens. Als Liszt sich 1848 hier niederließ, hatte er viele bewegte Jahre als reisender Virtuose hinter sich. Er hatte in den Zentren des damaligen Europas gelebt und konzertiert. Nun suchte er die Ruhe einer Kleinstadt, um sich intensiver als bisher der musikschriftstellerischen, vor allem aber kompositorischen Arbeit widmen zu können. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Fürstin Carolyne von Sayn-Wittgenstein und ihrer Tochter Marie bewohnte er in dieser Zeit die Altenburg, ein Haus an der Jenaer Straße.

Komponist, Mäzen und Musikpädagoge

Franz Liszt war bis 1861 als Pianist, Dirigent, Komponist, Lehrer, Musikorganisator und Oberleiter der Hofkapelle in Weimar tätig. Unter seiner Federführung wurden Richard Wagners "Tannhäuser" und "Lohengrin", Werke von Hector Berlioz und eigene Klavierkonzerte uraufgeführt. Die Altenburg wurde in dieser Zeit zu einem Begegnungsort von Intellektuellen und Künstlern aller Sparten und Länder. Wenige ausgewählte Schüler - darunter der Komponist Peter Cornelius und der Pianist Hans von Bülow - wohnten auf der Altenburg oder verbrachten zumindest einen Großteil ihrer Zeit dort. Der intensive Klavier- und Kompositionsunterricht stellte einen Teil des gemeinsamen Lebens und des gemeinschaftlichen Bemühens um die Kunst dar. Was als "Neudeutsche Schule" in die Musikgeschichte eingegangen ist, hatte auf der Weimarer Altenburg seinen Dreh- und Angelpunkt.

Sommerresidenz im Park an der Ilm

Nach längeren Aufenthalten im Ausland bezog Liszt bei seiner Rückkehr nach Weimar die erste Etage des 1798/99 errichteten Gebäudes der Hofgärtnerei am westlichen Eingang des Parks an der Ilm. In der dort für ihn eingerichteten Wohnung verbrachte der Künstler vorwiegend die Sommermonate, die übrige Zeit des Jahres lebte er in Rom oder Budapest. Im Mittelpunkt seines Wirkens in Weimar stand die Arbeit mit jungen Pianisten aus aller Welt. An drei Nachmittagen pro Woche unterwies Liszt seine zahlreichen Schüler, ohne dafür Honorar zu verlangen. Ein großer Teil seines Nachlasses befand sich in Weimar; seine Wohnung blieb auf Wunsch des Großherzogs unverändert mit dem Ziel, dort eine Erinnerungsstätte an den Künstler einzurichten. Am 22. Mai 1887 feierte man in der Hofgärtnerei die Gründung des Liszt-Museums, am 24. Juni wurde das Haus eröffnet.

Informationen

Liszt-Haus

Öffnungszeiten
Sommer (ab letztem Sonntag im März)
Mi - Mo: 10:00 - 18:00 Uhr
Winter (ab letztem Sonntag im Oktober)
Mi - Mo: 10:00 - 16:00 Uhr

dienstags geschlossen
An Feiertagen gelten gesonderte Öffnungszeiten.

Adresse

Liszt Haus
Marienstr. 17
99423 Weimar
Fon: 03643 / 54 54 00
Fax: 03643 41 98 16
E-Mail
Website
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