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Sprachexplosionen. Ein Parcours durch Weimar

 

„Weimar ist auf Sprache gebaut“, mit dieser kühnen Aussage umreißt Marcel Lepper, scheidender Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs, den verbalen Reichtum, aber auch einen Anspruch der Stadt. Unter dem Titel Sprachexplosionen wird die Innenstadt ab Anfang Mai zum Parcours literarischer Interventionen – auf Straßen und Plätzen, aber auch überraschenden Orten in den Dichterhäusern. Goethes, Schillers und Wielands Sprachkreationen stehen dabei im Mittelpunkt.

Ungewohnt und provokativ 

Nicht erst im Museum und in Ausstellungen sollen Besucherinnen und Besucher erreicht werden: Kubische Installationen im Stadtraum laden im Vorbeigehen ein, sich den berühmten Sprachkünstlern der Klassik auf ganz neue Weise zu nähern – interaktiv und mit Sel­e-Wänden. Die international arbeitende und in Weimar geborene Künstlerin Ariane Spanier setzt die ausgewählten Zitate und Wortspiele der Sprach-Genies ungewohnt in Szene. Dazu gehören Wortschöpfungen, von denen heute kaum noch jemand weiß, dass sie aus Weimar kommen. So hat etwa Christoph Martin Wieland in seinen Übersetzungen viel Schöpferisches in die deutsche Sprache eingebracht: Staatsbürger, Weltliteratur, Milchmädchen oder Steckenpferd sind vier bekannte Beispiele.

Türen auf

Das Format werde „kurz, spielerisch und bewusst provokativ“ sein, kündigt Marcel Lepper an, der das Programm um das Thema Sprache entwickelt hat. Sprache soll sichtbar werden, nicht allein mit ausgestellten Büchern – „die zeigen wir ja in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek“. Ungewohnte Einblicke in sonst nicht zugängliche Räume gibt es in Goethes Wohnhaus: „Wir öffnen das Erdgeschoss mit den Wirtschaftsräumen, ermöglichen Blicke hinter die sonst verschlossenen Türen.“ Dort sind Wortprojektionen, expressive Gra­fiken und Animations­filme zu sehen. Zu den ausgewählten Passagen gehören erotisch aufgeladene Texte des jungen Dichters. In Schillers Wohnhaus geht es erstmals wieder von der Schillerstraße aus. Eines seiner berühmtesten Gedichte wird dort auf ähnliche Weise in Szene gesetzt. Auch die zum Parcours Sprachexplosionen gehörenden Interventionen in den beiden Dichterhäusern sind ohne Eintritt zu betreten. Außerdem werden das Nietzsche-Archiv und das Museum Neues Weimar in den Parcours einbezogen.

 


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