Wittumspalais

Geschichte
Das barocke Stadtpalais liegt im Zentrum Weimars am Theaterplatz. Langjährige Bewohnerin des Wittumspalais war die Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach. Sie erwarb das Palais 1774, nachdem das Residenzschloss durch einen verheerenden Brand unbewohnbar geworden war.
Im so genannten Tafelzimmer trafen sich Persönlichkeiten des klassischen Weimars zu Geselligkeit und Gedankenaustausch. Auch die von Goethe ins Leben gerufene "Freitagsgesellschaft" tagte zeitweilig im Wittumspalais. Nach dem Tod der Herzogin wurde das Gebäude nicht mehr dauernd bewohnt. Es diente vor allem als Gästequartier und als Treffpunkt der Freimaurerloge "Amalia".
Besichtigung
Zahlreiche Büsten, Ölgemälde und Aquarelle zeigen Mitglieder der herzoglichen Familie und des Hofstaates sowie Gäste aus dem In- und Ausland. Im Roten Salon, den Carl Alexander als Dichterzimmmer deklarierte, befinden sich die Porträts von Christoph Martin Wieland, Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller. Der Speisesaal, das sogenannte Tafelrundenzimmer, diente Anna Amalia als Ort geselliger Abendveranstaltungen.
Interieur und Mobiliar des Wittumspalais zeichnen sich durch schlichte Eleganz und solide Handwerkskunst aus. Einen Höhepunkt bildet die nahezu authentische Einrichtung des Grünen Salons, einst Wohnzimmer der Herzogin, im frühklassizistischen Stil aus dem Jahr 1785.
Ein großer Glücksfall
250 Jahre altes Gemälde bei Restaurierung neu ans Licht gebracht: 1999 wurde es zum letzten Mal ausgestellt, ab Mai 2026 ist das Familienporträt Anna Amalia und ihre Söhne das Herzstück der Sonderausstellung im Wittumspalais. Befreit von einer dilettantischen Übermalung und vermuteten Brandschäden, strahlt es heute in voller Pracht – ein Glücksfall. Das Gemälde ist ein historisches Zeugnis des kulturellen Aufbruchs in Weimar. Ein Jahr vor der Amtsübergabe an ihren Sohn Carl August, ließ sich die Regentin Anna Amalia selbstbewusst mit ihm und seinem jüngeren Bruder Constantin darstellen. Die Größe des Kunstwerkes von 2,37 mal 2,14 Metern und seiner Anmutung als Herrscherfamilienporträt unterstreichen die Bedeutung der Herzogin. Sie war es, die mit Weitsicht den Grundstein für die Weimarer Klassik legte. Gemalt hat es die Braunschweiger Hofmalerin Barbara Rosina de Gasc.
Informationen
Öffnungszeiten
Sommer (vom 21. März bis 1. November)
Di-So 10:00-18:00 Uhr
Winter (vom 2. November bis 20. März)
Di-So 10:00–16:00 Uhr
montags geschlossen
An Feiertagen gelten gesonderte Öffnungszeiten
Das Wittumspalais ist ab Mai 2026 nach Sanierung wieder geöffnet.
Bus: Goetheplatz alle Linien, Wegstrecke 350 m
Parken:
2 Behindertenparkplätze Theaterhof, Wegstrecke 280 m
3 Behindertenparkplätze Hummelstr., Wegstrecke 400 m
3 Behindertenparkplätze Markt 13/14, Wegstrecke 300m
Menschen mit Sehbehinderung / Hörbehinderung: Taktiler Lageplan mit Brailleschrift zum Ausleihen, 2 mobile Hörschleifen zur Nutzung für Audioführungen in Deutsch /Englisch
Menschen mit Mobilitätseinschränkungen: 10 Steinstufen mit Handlauf zum Museum im OG, nicht für Rollstuhlnutzung geeignet, kein Aufzug vorhanden
Museumseingang im EG: über Zeughof mit historischem Pflaster, Doppelflügeltür 2x56 cm breit und Schwelle 2 cm
Information und Kasse: Counter / Tresen 100 cm hoch
Behinderten-WC im EG: Türgriff 106 cm hoch, Tür
88 cm breit, Bewegungsfläche 150 cm, WC 47 cm hoch und 60 cm tief, Haltegriffe beidseitig mit Zwischenabstand 65 cm, rechts fest, links klappbar mit Bewegungsfläche 90 cm, Waschbeckenhöhe
84 cm unterfahrbar, Notruftaster rechts
Begriffserklärung:
EG-Erdgeschoss
OG-Obergeschoss
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