UNESCO-Welterbe: Bauhaus
weimar.deTourismusDas ist WeimarUNESCO-Welterbe: BauhausVon der Idee ins UNESCO-Weltgedächtnis

Von der Idee ins UNESCO-Weltgedächtnis 

Im Jahr 1996 wurde dem Bauhaus-Erbe in Weimar der Status UNESCO-Welterbes verliehen. Die Anerkennung und Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes war ein bedeutender Schritt, um das Bauhaus dauerhaft im internationalen kulturellen Gedächtnis zu verankern. Sie war ebenso zentral für den nachhaltigen Erhalt und die öffentliche Vermittlung des Bauhaus-Erbes. Zahlreiche Akteure haben über viele Jahre hinweg mit Engagement und Beharrlichkeit dazu beigetragen, dass die historischen Stätten bewahrt, wissenschaftlich aufgearbeitet und in zeitgemäßen Ausstellungs- und Vermittlungsformaten präsentiert werden.

Eine Rückschau zum Umgang mit dem Bauhaus nach 1925

Nach dem erzwungenen Umzug nach Dessau schien es in Weimar kein Bauhaus mehr zu geben. Dabei hat es die Welt verändert: eine Kunstschule, die keine Stilrichtung sein wollte, sondern ein Labor für neue Ideen. Hier wurde nicht kopiert, sondern erfunden – mit einem radikal offenen Lehrkonzept, das Kunst, Handwerk und Architektur verschmolz. Die damalige Thüringer Landesregierung und danach die Nationalsozialisten taten viel, um die Spuren dieses Aufbruchs zu beseitigen.

Die Objekte, die in Weimar blieben und heute der älteste Schatz der Bauhaus-Geschichte sind, hat Gründer Walter Gropius persönlich ausgewählt. Die 168 Exponate wurden den Weimarer Kunstsammlungen übergeben und entgingen so den Beschlagnahmeaktionen der Nationalsozialisten. Sie sind im heutigen Bauhaus-Museum Weimar prominent hervorgehoben. Darüber hinaus wird im Archiv der Moderne der Bauhaus-Universität Weimar mit den Bauhaus-Alben die originale Fotodokumentation von 1919 –1925 verwahrt. Gleiches gilt für die Bibliothek des Bauhauses, die heute zum Sonderbestand der Universitätsbibliothek gehört. Ein einzigartiger Bestand ist zudem die dokumentierte Registratur der Schule aus der Weimarer Zeit im Thüringischen Hauptstaatsarchiv. 

Noch bis in die 50er Jahre wirkten Bauhaus-Absolventen wie Peter Keler an der Hochschule für Baukunst und Bildende Künste, wie die Nachfolgeeinrichtung nach dem Krieg zunächst hieß. Und selbst in Zeiten politischer Tabus bis hin zur Diffamierung der Schule blieb das Erbe in Weimar erhalten – weil sich viele Akteure persönlich dafür einsetzten ohne offizielle Legitimierung.

Anfang der 1970er Jahre kam der Aufschwung für die Bauhaus-Forschung – nicht zuletzt, um als DDR international damit Renommee zu erzielen. Erster internationaler Höhepunkt war das Bauhaus-Kolloquium von 1976. Experten aus Ost und West trafen sich in Weimar. Bis heute gibt es dieses exklusive Format. Das Haus Am Horn – als einziger in Weimar, nach den Entwürfen von Georg Muche gebauter Experimentalbau – blieb dank der darin wohnenden Familie weitgehend erhalten.

Mit der Verleihung des Titels UNESCO-Welterbe im Jahr 1996 war ein wichtiger Schritt getan, um das Bauhaus im internationalen Weltgedächtnis festzuschreiben. Für viele Bauhaus-Aktivisten steht fest, es sind nicht nur die Gebäude, die auf der Liste stehen, sondern die ganze Idee, der dieser Titel gebührt.

 

 

Informationen

Welterbe-Tag 

in Weimar mit Vorträgen und Führungen zu den Welterbestätten

Sonderausstellungen 2026

  • 19. März -13. Juli 2026 Historie trifft Gegenwart: UNESCO-Bauhaus-Stätten im Spiegel von Zeit und Sichtweisen
  • 21. August 2026 - 11. Januar 2027 Gerhard Marcks: Frühe Holzschnitte des Bauhausmeisters

Führungen 


Anzeigen